Gordon Odametey, hebt sich als Künstler ab und entwickelt eine eigene Sprache, ein markantes künstlerisches Profil und einen eigenen (und auch eigenwilligen) Stil.

Mit "Healing Drumming" stellt er auch inhaltlich ein Konzept vor, das so deutlich noch nicht auf einer Bühne formuliert wurde. Es geht um Musik, ihre Facetten und Möglichkeiten. Dahinter steht die Idee, die Wirkung der Musik auf die Seele und Gefühle nicht als Zufalls- oder Nebenprodukt zu begreifen, sondern diesen Wirkungen einen zentralen Platz einzuräumen und ganz bewusst mit diesen Wirkungen umzugehen und zu arbeiten.

Es geht weniger um Entertainment als um eine ernsthafte Auseinandersetzung mit einer anderen Form der Kommunikation. Die entspannte aber auch konzentrierte Stimmung des Musikers überträgt sich schnell auf das Publikum. Gordon Odametey zuzuhören und ihm konzentriert zu folgen ist im Gegensatz zu manch anderem Jazzkonzert keine schwierige Aufgabe. Voraussetzung ist nur der Wille, sich auf die Musik und die Atmosphäre einzulassen.

Im Gegensatz zu Konzerten mit Schwerpunkt auf Traditionalität bzw. cross-over-Experimenten anderer Trommler geht es hier um eine intellektuelle und intelligente Auseinandersetzung mit Form, Klang und Darbietung von Musik und der Loslösung von einem reichen aber mit festen Zuweisungen ausgestatteten Erbe an Rhythmen und Klangformen um zu einem neuen Verständnis und einer neuen Herangehensweise an percussion und vor allem auch ihrer Wirkung zu gelangen. Durch den Aufbau interessanter musikalischer Spannungsbögen wie die zwischen Klang und Stille, dem Wechsel von Klangfärbungen oder die an die menschliche Sprache erinnernden Rhythmus-Patterns wurde der Zuhörer herausgefordert.

Gordon Odametey bindet jazzige Improvisation ein und löst etablierte Rhythmusmuster aus ihrem gewohnten Kontext. Die hohe Professionalität und Qualität der Darbietung ist ebenso wichtig wie das Unterstreichen der Geste, mit dem Publikum etwas teilen zu wollen. Der "spirit", der seiner performance den Namen gibt, ist in der Art des Ausdrucks und des Dialogs mit dem Publikum fast greifbar zu spüren.